Montag, 7. Mai 2018

Shelter am See Näsnaren [Tag 4 - E29] ▲GPS▲


Eigentlich eine schöne Stelle für einen Shelter - jetzt aber noch recht kahl und leider auch recht vermüllt. Eine Quelle mit exzellentem Wasser findet man 500m vor dem Shelter. Lohnt sich, das mitzuschleppen! Vor Ort, wie oft üblich ein Toilettenhäuschen etwas abseits vom Shelter - jedoch gerade im Dunkeln absolut nicht klar, wie man da hinkommen soll. Den Weg zum Klo - den gab's nicht! Man musste durch Gestrüpp über die Felsen klettern. Vielleicht gerade umgesetzt, nachdem hier einiges abgeholzt wurde.

Bemerkenswert ist, dass es hier ein Echo gibt, das 4-5mal zurückschallt, mit unterschiedlicher Länge. Man meint fast zu hören, wie der Schall über das Wasser rast und an den Wäldern gegenüber entlang. 



Blick über den See Näsnaren [Tag 4 - E29] ▲GPS▲

Kurz vor der Quelle (tolles Wasser!) und dem Shelter bietet sich ein toller Blick über den riesigen See Näsnaren. Dazu muss man aber noch einmal die Kraft aufbringen den Weg zu verlassen und noch ein paar Felsen hinauf zu steigen. Lohnt sich aber!





Kahlschlag [Tag 4 - E29]

Ab und zu kommt man durch Gebiete, wo gerade der Wald abgeholzt wurde. Erst einmal ein starker Kontrast zu der übrigen, harmonischen Landschaft.

Aber, ist das jetzt hässlich? Oft haben diese Gebiete eine ganz eigene Anmutung, man sieht sie Felsen nun freiliegen. Zumindest stellt es eine Abwechslung dar, egal wie man nun selbst dazu steht.

Und die Natur? Sicher ist das ein massiver Eingriff - andererseits erhöht diese Aktion auf längere Sicht auch wieder die Biodiversität, viele Vögel brauchen auch freie Flächen und kämen mit ausschließlich Wald auch nicht klar.

Wie dem auch sei... Ich nehme an, dass die einzeln Bäume wegen der Vögel stehengelassen wurden - und nach kurzer Zeit schließt sich diese "Wunde im Wald" auch wieder, Birken schießen empor und es entsteht ein grünes Gelände mit niedrigem Bewuchs.

Auch ein Teil des Sörmlandsleden.



Einladung am Wegesrand [Tag 4 - E29]

Hier absolut üblich: Oft kommt man an Feuerstellen am Wegesrand, häufig liegt Feuerholz bereit, manchmal ein Kessel, die unausgesprochene Einladung "Komm, setz dich, hier ist es schön, mach dir ein Feuer, koch dir einen Tee, hab eine gute Zeit"

In Deutschland üblich: Schiefe Blicke wenn man am Wegesrand lagert, wagt man es ein Feuer zu entzünden folgt oft ein "DAS IST VERBOTEN, ICH RUFE DIE POLIZEI!"

In Schweden:


In Deutschland hingegen:

Hier fand ich mal folgendes Schild - was es wohl genau bedeutet? Ein Freund bot folgende Interpretation an: "Es ist verboten hier eine schöne Zeit zu haben!" 

Ja, so scheint es mir manchmal wirklich... 


Sonntag, 6. Mai 2018

Storsjön zum See Näsnaren [Tag 4 - E28/E29]

Heute aber mal eine ordentliche Strecke schaffen. Gut, wenn man dann frühzeitig loskommt (15 Uhr, oh man!). Aber was soll man sich hetzen, wenn man auch in Ruhe seinen Tee zu Ende trinken kann und sich keinen Stress beim packen der Sachen macht. Niemand zwingt einen ja, XY Kilometer pro Tag zu schaffen!

Eine sehr abwechslungsreiche Strecke mit Singletrail durch Wald aber auch Wiesen heute. Dabei allerdings auch etliche Abschnitte über Forststraßen. Neben ursprünglichem Wald findet man hier auch an und zu abgeholzte Bereiche. Sieht erst einmal heftig aus, ist für die Diversität (viele Vögel brauchen solche Bereiche) aber nicht nur schlecht und nach kurzer Zeit schießen hier die jungen Birken empor und man wandert so eben auch öfter mal durch solch offener Gelände. Ab und zu durchschneiden hier auch Stromtrassen die Landschaft.

Bemerkenswert auch, dass wir heute gleich an 2 Quellen auf der einen Etappe vorbei kamen, insgesamt 3 auf dem ganzen Weg heute. Jeweils mit erstklassigem Wasser. Kann man eigentlich direkt ohne Filtern trinken. In Deutschland in den meisten Gegenden undenkbar.













Forssjö zum Shelter am Hönstorpasjö / Storsjön [Tag 3 - E27/E28] ▲GPS▲

Aus Forssjö hinaus ging es über eine historische Brücke aus dem Jahre 1600, vorbei an Wiesen und Felder, dann schließlich wieder in einsamem Gefilden - so fing der Tag heute an (naja, eigentlich damit, dass es verdammt windig und kalt war, mein Feuer nicht richtig brannte und somit das Frühstück schon fast zum Schreikrampf führte).

Im Wald und den Lichtungen war es plötzlich sonnig und recht windstill - und Zack, Pause :) Einfach zu verlockend in der Sonne zu liegen und den Wind in den Bäumen rauschen zu hören. Etwas lesen, etwas dösen. So wurde es dann wieder recht spät. Und schon an der nächsten Quelle musste natürlich auch wieder eine kleine Pause mit Tee eingelegt werden. So macht man richtig Kilometer :)

Wobei man vielleicht erwähnen sollte, dass der Sörmlandsleden dann eben doch kein Flachland-Wanderweg ist, sondern es schon gut hoch und runter geht. Entsprechend sollte man seine Vorstellungen davon, wie viele Kilometer man so am Tag schaffen "muss" anpassen.

So erreichten wir dann erst Abends einen schönen Shelterplatz am Storsjön. Toiletten ab es einmal ca. 200m vor dem Shelter und dann noch einmal ein Toilettenhäuschen, wie gehabt, ca. 50m hinter dem Shelter. Toller Blick auf den See - hier konnte ich dann auch einen Bieber beim abendlichen Bad beobachten.

N58°53.786
E16°17.399

Samstag, 5. Mai 2018

Katrineholm nach Forssjö [Tag 2 - E27] ▲GPS▲

Heute mit knapp 30kg auf dem Rücken losgewandert. Was natürlich totaler Blödsinn ist. Aber im ICA gab es gestern so viele tolle Sachen und der Rucksack wog ja vorher schon über 26kg. Bescheuert. Ja.

So ging es heute nur langsam voran und meine Begleitung streckte dann in Forssjö alle Viere von sich :) Weit sind wir heute also nicht gekommen - aber schön war es trotzdem.

Zwischendurch kamen wir im Naturreservat Skirtorpsmossen noch an einen kleinen See vorbei (N58° 58.158 / E16° 16.747) - nix zum über Nacht bleiben, schon wegen der nahen Straße und auch, weil kein Platz für ein Zelt wäre. Aber zum Pause machen und Beine ins Wasser halten super. Der Sörmlandsleden selbst ist stellenweise noch sehr aufgeweicht oder steht komplett unter Wasser. Meist kommt man aber gut drum herum. Trekkingsstöcke sind von Vorteil! Abends wird es noch recht kühl.

So campten wir schließlich in dem kleinen Ort in Forssjö an der Badestelle*, ich war zu faul ein Zelt aufzubauen und verzog mich mit Isomatte in die Umkleidehütte. Um 6 Uhr morgens zog sich in der Nachbarkabine jemand um, um schwimmen zu gehen! Brrr!








Shelter Skogen östlich von Katrineholm [Tag 2 - E26/E27] ▲GPS▲


Erster Shelter südöstlich von Katrineholm. Wenn man morgens um 7:00 in Norddeutschland mit dem Zug losfährt, um 21:00 in Katrineholm ankommt, noch zum ICA* geht  - dann schafft man das locker hier um 23:30 anzukommen :) Jetzt im Frühjahr sollte man dann aber eine Kopflampe dabei haben, da es an spätestens 22 Uhr stockdunkel ist im Wald.

*ICA Maxi (N59°00.166 / E16°13.523)

Ein kurzes Stück hinter dem Shelter befindet sich eine Quelle. Der Shelter selbst liegt eigentlich recht idyllisch mitten im Wald. Leider wurde daneben ein ganze Waldstück abgeholzt - das dauert dann erst einmal wieder 1-2 Jahre, bis hier wieder die Natur das Gelände zurückerobert und die Wunden verschließt. Das Toilettenhäuschen stand so etwas verloren zwischen all den Felsen auf der kahlen Fläche.

Aber schon ein tolle Gefühl, hier morgens im Wald in Schweden aufzuwachen. Da lohnt sich auch die anstrengende Anreise. Heute morgen gab es dann ein tollen Frühstück mit Brötchen und heissem Tee - denn hier stieß heute dann eine Freundin hinzu, mit der ich ein paar Etappen zusammen gehen werde, bis sie dann zurück nach Deutschland muss. Mal sehen, wie lange ich es hier "aushalten" werde :)




Freitag, 4. Mai 2018

Nachts von Katrineholm zum ersten Shelter [Tag 1 - E26/E27]

Um 21:00 in Katrineholm angekommen (um 7:00 in Deutschland losgefahren mit dem Zug), noch kurz eingekauft im ICA Maxi und dann los auf den Sörmlandsleden.

Kurz hinter dem ICA der erste Sörmlandsleden Aufkleber an einer Laterne - ein tolles Gefühl (wenn man die Vorgeschichte kennt und weiß, dass ich 2017 hier abgebrochen habe nach 3 Wochen Sörmlandsleden und seitdem auf die Chance gewartet habe zurückzukehren).

Noch ein bisschen durchs verlassene Industrie/Geschäftsgebiet, ein StückUmgehungsstraße, ein Stück Wohngebiet, ein paar Meter Radweg und BAM! fängt hier einfach so wieder der Singeltrail-Wanderweg an. In Deutschland undenkbar, nach ein paar Minuten zu Fuß aus der Stadt raus auf einen Wanderweg zu treffen, der hier einfach so anfängt: Ein schmaler Pfad über Stock, Stein und Wurzel. Sofort stellt sich das bekannte Gefühl ein, draußen unterwegs zu sein. Auf dem Sörmlandsleden.

Der Weg führt noch kurz in einem Tunnel unter der Umgehungsstraße/Autobahn hindurch und dann verliert sich der Sörmlandsleden im Wald. Der Mond scheint etwas, es ist frisch und nach ca. 1,5h bin ich beim ersten Shelter, kurz vor Geisterstunde. Schnell noch einen heißen Tee, Schlafsack raus und das wars für heute. Die Fahrt war anstrengend - aber morgen früh wache ich in Schweden im Wald auf. Wie geil!






X2000 snabbtåg to Norrköping