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Freitag, 11. Mai 2018

Shelter am See Lövsjön [Tag 8 - E32] ▲GPS▲

N58° 41.209
E16° 28.248

Ein langer Tag!
Aber endlich bin ich da, am Shelter am Lövsjön. Ein riesiger See. Der Shelter selbst liegt toll - leider wurden hier unlängst drumherum etliche kleinere Bäume abgeholzt. Der Wald fehlt nicht, es sieht aber alles sehr gerupft aus.

Das Wasser hingegen ist sehr klar - der Uferbereich, ganz unüblich, ist flach und sandig, man kann recht weit hineingehen. Oftmals ist das bei den Seen hier schwierig - glitschige Felsen erlauben hier oft nur ein Entweder/Oder. Also, entweder man lässt es - oder man geht ganz rein :)

Fotos habe ich leider kaum welche gemacht hier - ein gammliges Handyfoto am Abend und welche vom Shelter morgens. 

Dies war übrigens der einzige Tag in den 3 Wochen, in denen Regen angesagt war. Darum wollte ich auch unbedingt diesen Shelter erreichen, da für den Morgen nicht unerhebliche Mengen an Regen angekündigt waren. Ok, es wurde kurz grau. Es fielen 3 bis 4 Tropfe und ich dachte "Oh, jetzt geht es also los!". Tja, und dann hörte es auf. (Nachtrag: Bis heute (20.06.2018) verfolge ich regelmäßig das Wetter in Südschweden und seit Ende April hat es hier in der Gegend kaum geregnet - die meiste Zeit ist die höchste Brandwarnstufe ausgerufen, man darf kein Feuer machen! Auch die Quellen werden wohl wieder austrocknen, wie letztes Jahr).

 Der Shelter am Lövsjön am Morgen des 9. Tages.


Blick aus dem Shelter am Abend des 8. Tages.

Björnsjön - E4 - Stavsjö - Einkaufen in Krokek/Kolmården - Stavsjö [Tag 8 - E31/E32] ▲GPS▲

Witzig, wie das manchmal läuft. Den Abend bei Asptorp war ich schon recht verstört, wie stark man die nahe Autobahn E4 hört. Passt einfach nicht in der Natur, besonders wenn man tagelang nur Vögel und Windrauschen gehört hat (kommt auf den Wind an, versicherte mir ein älteres Ehepaar, das ich beim Wandern traf - an anderen Tagen würde man gar nichts hören.

Naja, jedenfalls hatte ich schon ein ziemlich vorgefertigtes Bild vom weiteren Verlauf des Sörmlandsleden in meinem Kopf parat. Es würde jetzt alles schlechter werden, je näher man der E4, und somit der Zivilisation, käme. Und auch zum Meer runter würde alles flacher werden, mehr Häuser und Straßen. Gerade auch, weil die letzten Etappen so wunderschön waren, fürchtete ich dies wohl. 

Als ich heute am Björnsjön aufbrach - noch einmal an Asptorp vorbei - hatte ich neben diesen Gedanken, einen stressigen Tag vor mir. Ich würde irgendwie nach Krokek / Kolmården kommen müssen, um meine Vorräte aufzufüllen. Und irgendwie zurück zum Sörmlandsleden. Und die Busverbindung war mehr als zweifelhaft (nicht existent, wie sich herausstellte) und zum Laufen war es zu weit.

Und dann?

Dann wurde alles viel schöner und problemloser als gedacht. Zunächst war auch dieser Abschnitt bis kurz vor die Autobahn richtig schön (siehe Bilder unten).

Auf der Brücke über der E4 wurde ich von unten angehupt - ein Schwede in einem offenen Saab Cabrio machte ein "rock on"-Geste zu mir, wohl ein Fan des Sörmlandsleden :)

An der Bushaltestelle unten an der Landstraße in Stavsjö wartete ich vergeblich, bis ich den Daumen raustreckte. Ein alter Volvo hielt (komischerweise sind es nie die neuen, teuren Fahrzeuge...) und ein netter Mann brachte mich bis zum ICA in Krokek (neben an ist noch ein COOP und der Bahnhof auf der anderen Straßenseite: N58°40.432 / E16°21.844)

Nach dem Einkauf (ich weiß, dummes Timing) bin ich mit dem vollen Rucksack noch umsonst 1km den Berg runter gelaufen, weil GoogleMaps dort fälschlicherweise eine Apotheke anzeigte und ich eine neue Spritze brauchte um meinen Sawyer Filter zu reinigen. Die Apotheke fand sich dann quasi in einem Wohngebiet in einem völlig unauffälligem Gebäude. War schon vorher fast da, hatte das Schild gesehen, aber nicht die Apotheke.

Zurück zum Trail war schwieriger - da es stadtauswärts in sehr unterschiedliche Richtungen geht und mich lange keiner mitnehmen wollte. Bis dann eine sehr nette Frau, die mir entgegen (!) kam, extra an einer Tankstelle umdrehte und mich zurück zum Sörmlandsleden in Stavsjö brachte.

Erst gegen 17 Uhr konnte ich hier weiterwandern und hatte noch eine ganz ordentliche Strecke bis zum Lövsjön vor mir, wo der nächste Shelter wartete...












Donnerstag, 10. Mai 2018

Am Björnsjön (zurück von Asptorp) [Tag 7 - E31] ▲GPS▲

N58° 45.048
E16° 22.378

Heute morgen erst einmal den Sörmlandsleden zurück gelaufen. Wie in dem anderen Post schon geschrieben wollte ich mich nicht damit abfinden erst am tollen Platz am Vikitteln vorbeigelaufen zu sein, um dann zu entdecken, dass der Shelterplatz am Björnsjön natürlich von der großen Gruppe deutscher Wanderer belegt ist. Um dann bei dem Cottage Asptorp noch mein Zelt aufbauen zu müssen.

Heutiger Plan: Zurücklaufen, hoffen dass die Gruppe weg ist und nicht 2 Tage bleibt und dann einen tollen Tag am See verbringen. Wäsche waschen. Aber in erster Linie den Vögel und dem Wind lauschen. Lesen. Feuer machen. Tee trinken. In der Sonne sitzen. Die Füße ins Wasser halten.












Mittwoch, 9. Mai 2018

Asptorp - nicht Björnsjön (weil voll) [Tag 6 - E31] ▲GPS▲

N58° 44.741
E16° 22.611


Tja, doof gelaufen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Nämlich zu weit!

Wie zuvor gesagt - ich hätte es gut sein lassen und nur von Fagerö bis zum See Vikitteln wandern sollen. Da hätte ich einen tollen Shelter und gutes Wasser gehabt (und ein Waffeleisen, aber das tut hier nichts zur Sache).

Stattdessen habe ich mich mitreißen lassen von meiner Wanderskollegin und noch Etappe 31 angefangen. Dumm nur: Wir wussten, dass eine Gruppe mit 7 Deutschen vor uns lief. Und wir hatten genau eine Etappe Abstand. Deshalb hatten wir ja auch den Tag auf Fagerö verbracht und sie ziehen lassen. Hier draußen möchte man dann ja auch die Natur genießen und Ruhe haben. Zu zweit geht das - wenn dann allerdings noch eine weitere große Gruppe anwesend ist (und dann noch Deutsche!) dann ist das Naturerlebnis schnell dahin. Aber da mag ja jeder anders ticken.

Fazit: Total erschöpft und kaputt am Björnsjön angekommen und siehe da: Alles voll. Shelter belegt, Zelte überall. Mist!

Also noch ein ganzes Stück weiter gegangen, bis wir nach Asptorp kamen, ein kleines altes Cottage aus dem 18. Jahrhundert. Hier gab es erstmals Platz ein Zelt aufzustellen. Ebenso eine Wasserpumpe, wenngleich das Wasser nicht an vorherige Quellen herankam.

Meine Laune war im Keller. Der tolle Shelter am Björnsjön: Vorbegelaufen. Dazu körperlich total erschöpft und Hunger und es war dabei dunkel zu werden. Keine gute Kombination.

Eine Lektion in Sachen: Jeder Wanderer hat sein eigenes Tempo. Und man muss sich überlegen, was man braucht um zufrieden zu sein. Was ist wichtig, welche Erlebnisse möchte man mitnehmen. Jeder Wanderer setzt andere Schwerpunkte: Meiner Wanderskollegin war es wichtig noch bis ans Meer zu kommen, in der ihr zur Verfügung stehenden Zeit. Ich wollte keine tollen Erlebnisse und Plätze dem Stress und Zeitdruck opfern. Handelt man zuwider seiner eigenen Wünsche (diese muss man erstmal kennen) ärgert man sich am Ende vielleicht.

Letztlich trennten sich unsere Wege dann hier. Ich hatte in mich gehorcht und festgestellt: Nein, ich möchte den Björnsjön noch mitnehmen, nachdem ich den tollen Platz am Vikitteln schon verpasst hatte. Meine Weggefährtin wollte ans Meer - das war dann nicht zusammen zu bringen. So ist sie weiter gelaufen am nächsten Tag und ich zurück. Zum Björnsjön. Dort habe ich noch einen tollen Sörmlandsleden-Tag verbracht, ganz in Ruhe, der Natur gelauscht, Feuer gemacht und Tee getrunken, gelesen, in der Sonne gelegen, Wäsche gewaschen. Denn den Tag darauf sollte es stressig werden - Runter nach Stavsjö, dann zum Einkaufen trampen, zurücktrampen und dann zum nächsten Shelter.

Die Bilder hier habe ich erst am übernächsten Tage gemacht, als ich hier zum zweiten Mal - nach dem Tag am Björnsjön - hier vorbeikam. Denn heute, am 09.05.2018, war ich einfach zu fertig.





Schöner Shelter am See Vikitteln & der Weg dorthin [Tag 6 - E30] ▲GPS▲


Vom Övre Ålsjön geht es über eine super schöne Strecke zum Shelter am See Vikitteln. Der wirklich schönste Shelter bisher auf dem Abschnitt seit Katrineholm. Später werde ich mich sehr ärgern hier nicht dir Nacht verbracht zu haben.

Alles da, Toilette etwas abseits ist am Sörmlandsleden ja fast Standard. Aber hier gibt es auf eine Initiative hin an einigen Shelter Utensilien zum Pfannekuchen und Waffeln machen. Krass, hängt hier in der Wildnis ein Waffeleisen aus Gusseisen fürs Lagerfeuer rum! Sprachlos!

Dazu ein toller Badesee & Sonne. Abseits gelegen in felsigem Gelände. In der Nähe, mit 123m der höchste Berg des Sörmlandsledens, der Vensbrinksberget und einem Aussichtsturm oben drauf.

Und auch Weg hierher vom Övre Ålsjön ist super. Zuerst die Bilder vom Shelter, dann Ausschnitte in richtiger Reihenfolge vom Övre Ålsjön kommend.

Will man den Tag genießen, dann würde ich im Nachhinein wohl von Fagerö (oder dem Näsnaren) nur hierher und damit den Tag ausklingen lassen. Und dann folgende Etappe für den nächsten Tag aufheben. Aber nachher ist man immer schlauer...
















Von Fagerö zum See Övre Ålsjön (Rastplatz, Feuerstelle) [Tag 6 - E30] ▲GPS▲

Heute ohne Frühstück los - gestern gab's genug, lieber dann Mittags eine schöne Pause machen und vorher ein paar Kilometer schaffen, ehe es zu heiß wird.

Der erste Teil der Etappe geht kurz über eine schöne schwedische Landstraße rüber und dann ab in den Wald. Gegen 11 Uhr komme ich an einem schönen See  dem Övre Ålsjön an und koche mir erstmal was. Hier treffe ich auch meine Wanderkollegin wieder - die schon noch früher morgens los ist.

Auch hier*, mitten im Nirgendwo, ein paar Stämme als Sitzgruppe, Feuerstelle und jemand hat einen Grilleimer bereit gestellt. Sowas findet man hier dauernd.


Schön!