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Sonntag, 2. Juli 2017

Voller Empfang

So, mal genug mit den epischen Ausblicken, hier mal ein Blick hinter die Kulissen:

Auf dem Junkerfjellet gibt es zwar eine super Aussicht, 360° rundrum. Aber, da es ein hoher Berg direkt an Bodø ist, stehen da natürlich auch Antennen drauf. Mobilfunk sicher (top Empfang hier) aber bestimmt auch so einiges von Flughafen Bodø, von dem hier fast minütlich die Flieger starten.

Wieso es trotz tollem Empfang nicht früher neue Einträge hier gab? Einfach: Die Sonne scheint die ganze Zeit, auch nachts, da erkennt man auf dem Handydisplay einfach nix. Oder nur bescheiden. Müsste man sich schon eingraben.

Regen über Bodø

23:15 Uhr: Wir waren gerade dabei Essen zu kochen auf dem Solo Stove - das Zelt war aufgebaut, aber es fing an zu regnen. Daher die Entscheidung, im Shelter zu kochen. Ist ja weit offen, Rauch kann abziehen.

Der Besucherstrom war auch abgeebbt, aber natürlich: Als das nasse Holz im Stove gerade richtig schön am qualmen war, da kam eine Joggerin. Und stellte sich unter. Und war sichtbar erfreut über den Qualm. Naja, wir haben uns dann dennoch nett mit ihr unterhalten. Und zack, zwei Mountainbiker, die hier überall rumfahren. Auch auf den Mountains. Da macht der Name endlich mal Sinn!

Eigentlich hätte ja jetzt schön die Mitternachtssonne geschienen, aber gerade jetzt öffnete der Himmel mächtig seine Schleusen.

Recht hell war es dann trotzdem, als wir gegen 0:00 Uhr endlich gegessen haben.

Zeltplatz auf dem Junkerfjellet

Oder eher, Platz für das Zelt. Natürlich gibt es hier keinen Zeltplatz. Aber das Jedermannsrecht, wie in Schweden. Das ist ein grandios: Man darf überall zumindest eine Nacht sein Lager aufschlagen. Auch auf Privatgrund, solange man nicht umzäunte Flächen betreten muss und außerhalb der Sichtweite bleibt, also Abstand hält. Die Natur darf natürlich nicht geschädigt werden, man darf aber Feuer machen, solange man das mit Totholz vom Boden macht. Nicht jedoch, wenn erhöhte Waldbrandgefahr besteht, dafür gibt es Infoseiten & Telefonnummern. Und nicht auf Felsen, die macht das Feuer nämlich brüchig.

Ja, also, da das sogenannte Shelter so häufig frequentiert war und auch keinen Boden hatte, entschieden wir uns auf einer relativ geraden Fläche das Zelt aufzubauen.

Folgende Fotos von 22:35 Uhr

Blick vom Junkerfjellet @21:20

Naja, mit der Mitternachtssonne wird das wohl heute nix. Die mag zwar scheinen, aber wie haben fette Wolken. Später wird es dann noch Regen geben...

Aber auch mit Wolken eine atemberaubende Aussicht hier!

Gapahuk (Shelter) auf dem Junkerfjellet

N67°17.668
E014°29.118

Hier gibt es wieder so ein Shelter (Gapahuk genannt im Norwegischen), aber wieder nicht wirklich zum Übernachten geeignet. Einerseits weil wieder nur Bänke drin sind, aber kein Boden - andererseits weil alle 3 Minuten jemand vorbei kommt.

Scheinbar läuft annähernd die gesamte Einwohnerschaft von Bodø täglich den Berg hoch. Hier gibt es 3 (drei!) verschiedene Briefkästen in der Hütte. Wir dachten erst an so ein Hüttenbuch, wie in den Sheltern in Schweden üblich. Da trägt sich jeder ein der mag und erzählt von seinen Erlebnisse auf dem Weg. Oder gibt Tipps für andere Wanderer, auf was zu achten ist (zum Beispiel, wenn es kein Wasser gibt beim nächsten Shelter, oder eben auch den Shelter nicht mehr). Hier auf dem Junkerfjellet staunten wir etwas, denn statt kleinen Abschnitten von den Besucher ganz es zeilenweise nur Namen. Dazu das Datum. Mehr nicht. I'm ersten Buch von Mitte Mai bis Ende Juni über 1800 Besucher. Wow!

Wir haben dann mal gefragt: Es gibt wohl so Wettbewerbe (teilweise gibt es dafür natürlich auch eine App, wie könnte es anders sein) die 10 höchsten Berggipfel einer Region zu erklimmen. Oder andere Ziele eben. Daher. Dann auch die zwei weiteren Briefkästen, die wir erst nicht gesehen hatten.

Foto @21:15 Uhr, Wetter: stark bewölkt, später Regen

Blick vom Junkerfjellet auf Bodø, den Saltforden und das Meer

Angeblich hat man hier vom 280m hohen Junkerfjellet die beste Aussicht rund um Bodø. Naja, das liegt wohl auch an jedem persönlich - denn den tollen Ausblicken entkommt man auch nicht, wenn man sich tiefer in den Sjunkhatten Nationalpark hineinbewegt.


Alle Bilder bis hier ca. 16:40 aufgenommen, folgende um 17:40 Uhr. 

Folgende Bilder von der Bodø abgewandten Seite des Junkerfjellet. 

Rauf auf den Junkerfjellet (280m)

Nach längerem Aufstieg über schmale, steile und unmarkierte Pfade öffnete sich nach viel grünem Wald endlich ein Blick nach unten auf Bodø, den Fjord und die gegenüber liegenden Berge.

Deutlich anders hier als in Schweden. Ja, logisch, sind ja auch über 1000km dazwischen. Fällt aber trotzdem auf, wenn man so plötzlich hier ist.

Weniger Moos, mehr Gras und viel mehr Birken als Nadelbäume. Und die Wanderwege sind meistens kein Stück markiert. Da war der Bohusleden schon Luxus. Hier muss man dann eine topografische Karte dabei haben, sonst läuft man wohl öfter umsonst etliche Meter hoch und runter.

280 Meter hört sich nicht viel an, aber wenn man direkt auf Meereshöhe anfängt und sich immer wieder dahin runter kommt, dann ist das schon beeindruckend.